Mobilität: PKW-Dichte (PKW-Besatz)
Erfasst werden hier alle in Dortmund zugelassenen PKW, bezogen auf die hiesige Bevölkerungszahl (PKW-Dichte je 1000 Einwohner)
Das motorisierte Kraftfahrzeug ist wegen der hohen Beanspruchung natürlicher Rohstoffe, der mit der Verbrennung verbundenen Abgase, des Lärms und des enormen Raumverbrauchs unter allen Verkehrsmitteln am Boden das umweltschädlichste und zudem städtebaulich unverträglichste Verkehrsmittel.
keiner bekannt.
Flächenverbrauch/Freiraumschutz, Co2-Emissionen, Verkehrsunfälle, Fahrradverkehr, Abo-Kunden ÖPNV, Einkommensarmut
Bremen wurde als Vergleichsstadt herangezogen, weil sie von der Größenordnung und Struktur her mit Dortmund einigermaßen vergleichbar ist. Außerdem die - wesentlich kleinere Stadt - Münster in Westfalen, weil sie in Sachen Verkehrspolitik allgemein als vorbildlich gilt.
Die sog. Wohnberechtigte Bevölkerung der Stadt Bremen betrug Ende 2008 547.360 Einwohner, die Münsters 281.050 Einwohner, also weniger als die Hälfte der Bevölkerung Dortmunds.
Zugelassene PKW inkl. Kombiwagen (in Anbetracht der kürzlichen Statistik-Umstellung ohne die vorübergehend stillgelegten PKW) am Ende des jeweiligen Kalenderjahres, bezogen auf je 1000 Einwohner.
a. zu Dortmund:
Einwohnerzahlen Dortmund (Wohnbevölkerung) ab 1990 nach: Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Dortmund, aktuelle Schnellübersicht 'Bevölkerung nach Geschlecht' im Dortmunder Stadtportal dortmund.de (wird laufend ergänzt);
Daten zu zugelassenen PKW in Dortmund ab 2000 nach Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Dortmund, Schnellübersicht 'Fahrzeugbestand' im Dortmunder Stadtportal dortmund.de im Nov. 2008; Zahlen für 1995 und 1990 aus der gleichen Schnellübersicht, Stand August 2009;
Alle älteren Daten aus: 'Jahresbericht 2008 Lebensraum Dortmund', S. 9 bzw. S. 17;
als Quelle auch geeignet: die Statistischen Jahresbücher, ebenfalls hrsg. vom Amt für Statistik und Wahlen.
b. zur Vergleichsstadt Münster:
Einwohnerzahlen Münster (Wohnberechtigte Bevölkerung) aus: Jahres-Statistik 2007 der Stadt Münster, hrsg. vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Verkehrsplanung Münster; Einwohnerzahl Ende 2008 aus Vierteljahres-Statistik 4/2008, gleicher Herausgeber
Daten zu zugelassenen PKW in Münster bis 2006 aus: Jahres-Statistik 2007 der Stadt Münster; Daten für die Jahre 2007 und 2008 aus: Vierteljahres-Statistik 4/2008 der Stadt Münster (Hrsg. s.o.).
Die Jahres-Statistiken werden regelmäßig herausgegeben und sind ab dem Band 2001/2002 auch über das Internet einsehbar unter:
www.muenster.de/stadt/stadtplanung/stadtentwicklung-publikationen.html
c. Zur Vergleichsstadt Bremen
Einwohnerzahlen Stadt Bremen bis 2007 aus: Statist. Jahrbuch 2008, hrsg. vom Statist. Landesamt Bremen;
Daten zu zugelassenen PKW in Bremen nach: Statistische Jahrbücher 2002, 2005 u. 2008, hrsg. vom Statist. Landesamt Bremen. Die Jahrbücher werden regelmäßig herausgegeben und sind ab Jahrbuch 2002 auch über das Internet einsehbar unter:
www.statistik.bremen.de/sixcms/detail.php
Alle Daten zu 2008 aus dem Zahlenspiegel “Bremen in Zahlen 2009“, ebenfalls hrsg. vom Statist. Landesamt
Stichtag für Einwohner- und PKW-Daten jeweils der 31.12. (Achtung: PKW-Daten vor 2000 häufig abweichend). Die Quote ist 1x jährlich zu ermitteln, wegen der Zugänglichkeit der Daten etwa gegen Mitte des Folgejahres.
Die Datenlage ist grundsätzlich gut. Alle Städte veröffentlichen inzwischen Daten über den Kfz-Bestand. Zudem werden beim Kraftfahrt-Bundesamt entsprechende, regional gegliederte Zahlenreihen geführt.
Zur Vergleichbarkeit der Daten: Aufgrund gesetzlicher Änderungen werden seit einigen Jahren nur noch die zugelassenen Kraftfahrzeuge zum Bestand gezählt, was bedeutet: Die vorübergehend
stillgelegten Fahrzeuge werden seither aus der Bestands-Statistik ausgeklammert. Einige Städte haben aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit die alten Zahlenreihen noch eine Weile fortgeführt, Dortmund (inoffiziell) bis 2007, Münster und Bremen bis 2006 einschließlich. Zur besseren Erkennbarkeit sind die nach neuer Definition zustande gekommenen Bestandszahlen (und die auf ihrer Basis errechneten Dichte-Quoten) hier kursiv gehalten.
Die o.g. Schnell-Übersicht über die in Dortmund zugelassenen PKW wird zwar laufend aktualisiert, weist aber derzeit (August 2009) wg. mehrerer Statistik-Umstellungen einige Lücken auf. Damit ist, wie schon angedeutet, ein grundsätzliches Problem verbunden, denn der PKW-Besatz von 2008 ist nicht ganz mit den Zahlen der Jahre zuvor vergleichbar, solange nicht auch die zurückliegenden Bestandszahlen nachträglich noch an die neue Definition angepasst werden. Die Umstellungen machen sich natürlich auch bei der Quote bemerkbar. Wir haben hier, solange als möglich, nämlich bis 2007, Bestandszahlen wiedergegeben, die die 'vorübergehend stillgelegten Fahrzeuge' noch mit einschließen. Seit 2008 wird diese Zahlenreihe vom Amt f. Statistik und Wahlen nicht mehr fortgeführt.
Ähnlich schwierig war die Entscheidung hinsichtlich der Einwohnerdaten. Dortmund führt seine eigene Einwohnerstatistik ('Hauptwohnungsbevölkerung'), deren Ergebnisse von denen des Landesamts f. Statistik z.T. deutlich abweichen. Da man sich in der Stadtentwicklung und ähnlichen Zusammenhängen durchweg auf erstere stützt, halten wir es hier ebenso.
Zu Münster: Hier gibt es bereits ab 2007 keine PKW-Bestandsdaten einschließlich vorübergehend stillgelegter Fahrzeuge mehr.
Zu Bremen: In den Jahrbüchern sind die PKW-Bestandszahlen jeweils unter dem Folgejahr geführt, mit Stand 1.1. des Jahres. Die Zahl der PKWs in 2007 soll offiziell auch diejenigen mit umfassen, die vorübergehend stillgelegt waren. Dies ist aber nicht glaubhaft; es ist eher davon auszugehen, dass auch in Bremen die vorübergehend stillgelegten Fahrzeuge ab 2007 ausgeklammert werden.
Geht man von den Zulassungszahlen aus, dann hat sich der Bestandszuwachs in Dortmund in den letzten 7-8 Jahren deutlich verlangsamt und im Jahr 2006 offensichtlich einen (vorläufigen?) Höhepunkt erreicht. Im Folgejahr hat der PKW-Besatz - absolut wie auch bezogen auf die Bevölkerungszahl - leicht abgenommen. Die Daten für 2008 sind aus den genannten Vergleichsproblemen vorerst zu vernachlässigen. Ist damit der Trend zum eigenen Auto bereits angehalten?
Die Werte für Münster sind – für eine angeblich fahrrad- und ÖPNV-freundliche Stadt – erstaunlich hoch, um zuletzt 85 Punkte höher als die von Dortmund. 1990 sah das noch ganz anders aus: Da hatten die beiden Städte eine nahezu identische PKW-Quote. Noch schlechter schneidet die Entwicklung Münsters im Vergleich zu Bremen ab.
Auch Bremen und Dortmund hatten 1995 noch einen ähnlichen Ausgangswert. Seither jedoch blieb die Weserstadt mit ihren Quoten durchgehend etwas unter dem hiesigen Niveau, wobei der Abstand zu Dortmund von Jahr zu Jahr etwas anwuchs. Im Jahr 2006, betrug der Abstand immerhin 45 Punkte (45/1000). Andererseits zeigen in Bremen absolute wie relative Werte - ähnlich wie in Dortmund - auch erst seit 2006 eine leicht rückläufige Tendenz.
Wo keine Zielwerte vorgeben sind, ist aus Daten wie den obigen auch kein unmittelbarer Handlungsbedarf abzuleiten. Leider mochte sich die Stadt Dortmund aus schwer nachvollziehbaren Gründen auch im Zuge der jüngsten Aufstellung eines 'Masterplans Mobilität' nicht auf quantitative Zielgrößen einlassen (vgl. Planungsamt der Stadt Dortmund: Masterplan Mobilität Dortmund 2004, gedruckte Fassung von 6/04, S. 50ff).
Andererseits hat der Motorisierte Individualverkehr (MIV) insbesondere die (erweiterte) Innenstadt nach wie vor voll im Griff - wobei für das Verkehrsaufkommen neben den PKW natürlich auch die anderen hier zugelassenen Kfz (rund 40 Tsd., mit zuletzt leicht abnehmender Tendenz) sowie die vielen auswärtigen Fahrzeuge (Pendler!) eine wichtige Rolle spielen. Unter Umwelt- wie auch Stadtverträglichkeitsgründen wäre eine Umkehr von der Sowohl-Als-Auch-Politik in Dortmund dringend geboten. Die Verkehrsmittel des Umweltverbundes haben keine Chance, dem MIV größere Verkehrsanteile abzujagen, solange nicht parallel zur Verbesserung der Bedingungen für ÖPNV, Rad- und Fußverkehr ein sehr restriktiver Aus- oder gar Rückbau von Straßenanlagen einschließlich der öffentlichen Stellplätze betrieben wird. „Dies ist in Dortmund derzeit nicht der Fall.“ (Masterplan, S. 26).
Aber auch das ließe sich bei einigermaßen gutem Willen ändern.
AKOPLAN – Institut für soziale und ökologische Planung e.V., Dortmund;
Dipl.-Ing. Heiko Holtgrave
Stand 31. August 2009


