Letzte Aktualisierung: 17.01.2012

Landwirtschaftsfläche

Anteil der Landwirtschaftsfläche an der Gesamtfläche der Stadt

Erfasst wird hier der prozentuale Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche Dortmunds.

Zielbezug:

Die Landwirtschaft ist besonders betroffen von der ungebremsten baulichen Entwicklung im Freiraum. Neue Gewerbegebiete, Wohnbauflächen und Straßen entstehen trotz vorhandener Reaktivierungsflächen (Industrie- und Bergbaubrachen) immer noch zu einem großen Teil in der Feldflur. Zusätzlich werden diese Flächen noch für ökologische Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Rahmen der Eingriffsregelung beansprucht. Seit 1950 ist die Landwirtschaftsfläche in Dortmund mehr als halbiert worden. Wenn die Landwirtschaft aus dem Stadtgebiet Dortmund verschwindet, fehlt nicht nur ein Erlebnisraum für die Naherholung. Es wird auch die Ressource Boden der Landschaftsentwicklung entzogen. Landwirte sind zunehmend wichtige Akteure für die Landschaftspflege.


Zielwert:

Keine weitere Reduzierung der Landwirtschaftfläche ab 2010
Quelle: „Zukunftsfähiges Deutschland“ (BUND 1997)


Definition der Messgrößen:

Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche der Stadt (in Prozent).

Zugrunde gelegt werden hier die 'Landwirtschaftsflächen' nach Bodennutzungserhebung.
Zu den Unterschieden gegenüber anderen Erhebungen siehe die Erläuterungen weiter unten, unter der Überschrift 'Datenquelle'.


Datenquelle:

Landesdatenbank NRW, Sachgebiet 33 Flächennutzung, Statistik „Katasterfläche nach der tatsächlichen Art der Nutzung (21)“ nach Gemeinden, hier Spalte Landwirtschaftsfläche - siehe www.landesdatenbank.nrw.de
Verantwortlich für die Datenbank: bis Ende 2008 Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik, seit dem 01.01.2009 Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass es daneben auch noch eine weitere amtliche Statistik von landwirtschaftlichen Flächen gibt, nämlich die auf Grundlage der Agrarberichterstattung. Die Ergebnisse der beiden Statistiken sind nicht ohne weiteres miteinander vergleichbar, da ihnen unterschiedliche Definitionen zugrunde liegen.

Zur „Landwirtschaftsfläche“ gemäß Bodennutzungserhebung (oben angeführte Statistik der Landesdatenbank) gehören Flächen, die dem Ackerbau, der Wiesen- und Weidewirtschaft, dem Gartenbau (einschließlich Obstanlagen und Baumschulen) oder dem Weinbau dienen. Ferner zählen dazu auch Moor- und Heideflächen, Brachland sowie unbebaute landwirtschaftliche Betriebsflächen.

Unter „landwirtschaftlich genutzten Fläche“ gem. Agrarberichterstattung bzw. Betriebsstatistik ist die für die pflanzliche Erzeugung genutzte Fläche zu verstehen, die sich folgendermaßen zusammensetzt: Ackerland einschließlich Ackerwiesen sowie Brache und Gründüngung, Dauergrünland, Dauerkulturen (z.B. Obst und Trauben), Anbau unter Glas und sonstige landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Die Summe aller „landwirtschaftlichen genutzten Flächen“ ergibt die „Landwirtschaftliche Nutzfläche“ einer Stadt oder Region. Die Erhebungen für die Ermittlung der „Landwirtschaftlichen Nutzfläche“ werden alle vier Jahre mittels Direktbefragung der landwirtschaftlichen Betriebe durchgeführt. Im Laufe der Jahre hat sich eine Reihe von methodischen Änderungen ergeben. So wurden die unteren Erfassungsgrenzen, die die Auskunftspflicht festlegen, im Laufe der Jahre angehoben. Vor 1999 waren Betriebe mit mindestens 1 ha auskunftspflichtig, danach nur noch Betriebe ab 2 Hektar. Somit sind die landwirtschaftlich genutzten Flächen von Betrieben, die diese Grenzen nicht erreichen, in den Ergebnissen nicht enthalten.

Aus den genannten Gründen sind die Daten aus der Agrarberichterstattung für unsere Zwecke weniger geeignet. Von Nachteil ist auch der große zeitliche Abstand zwischen den Erhebungen.

Die Daten zur „Landwirtschaftlichen Nutzfläche“ Dortmunds und zur Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe (aus der Agrarberichterstattung bzw. Betriebsstatistik) werden im Sachgebiet „41 Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ der Landesdatenbank NRW  dargestellt.


Stichtag und Erhebungsintervalle:

Stichtag: 31.12.
Erhebungsintervall: jährlich 



Beschreibung & Interpretation:

Wie an anderer Stelle ersichtlich, nimmt der Freiraumanteil, zu dem ja auch die Landwirtschafts­flächen zählen, in Dortmund fortlaufend ab.
Die Situation für die Dortmunder Landwirtschaft ist dabei als besonders kritisch zu bewerten. In den letzten 10 Jahren gingen 14 Prozent des Acker- und Grünlandes verloren (Bestand 1998: knapp 8.500 ha, 2008: nur noch gut 7.300 ha). Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe fiel seit Beginn der 90er Jahre von rund 290 auf 160 Betriebe (2007).


Bearbeitet von:

Thomas Quittek, BUND Kreisgruppe Dortmund, September 2009


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